Stromverbrauch senken


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Strom sparen lohnt sich sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt. Die Strompreise haben sich für private Endverbraucher in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt und jede konventionelle Stromerzeugung belastet die Umwelt. Grund genug also den eigenen Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten. Um das zu erreichen gibt es grundsätzlich zwei Ansätze, die beide gleichermaßen verfolgt werden sollten. Erstens gilt es elektrische Verbraucher nur in dem Maße zu verwenden, wie man sie auch benötigt. Zweitens ist es wichtig bei der Neuanschaffung elektrischer Geräte auf deren Stromverbrauch zu achten. In den meisten Fällen lohnen sich Neukäufe energieeffizienterer Geräte aber erst, wenn die Alten defekt sind.



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Kein Standby:

Heutzutage verfügen alle Unterhaltungselektronikgeräte wie z.B. Fernseher, Hifi-Anlagen oder DVD-Player über einen so genannten Standby-Modus. Der Vorteil ist, dass sich die Geräte in diesem Modus mit der Fernbedienung ein- und ausschalten lassen. Der Nachteil ist, dass sie auch in diesem Modus Strom verbrauchen. Bei mehreren Geräten kann das einen Haushalt pro Jahr einen dreistelligen Betrag kosten. Fernseher und Co. sollten also immer ganz ausgeschaltet werden. Wenn überhaupt kein Schalter zum kompletten Abschalten mehr vorhanden ist helfen Steckdosenleisten mit Schalter.


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Licht aus:

Beim Verlassen eines Raumes sollte das Licht ausgeschaltet werden. Das gilt mittlerweile auch für Energiesparlampen sobald man den Raum für mehr als ca. zwei Minuten verlässt. Das Ein- und Ausschalten wirkt sich bei heutigen Lampen kaum noch auf den Verschleiß aus und somit ist es nicht ratsam die Beleuchtung eingeschaltet zu lassen, wenn man nicht im Raum ist. Ebenfalls sollte man sich Gedanken über die richtige Beleuchtungsstärke machen. Im Wohnzimmer oder der Küche benötigt man natürlich eine angenehme Helligkeit. Auf dem Flur hingegen oder im Schlafzimmer tut es aber oft auch eine Lampe mit weniger Leuchtkraft und Stromverbrauch.


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Energiesparlampen:

Seit dem Brüsseler Glühlampen Verbot stellt sich die Frage nach alternativen Leuchtmitteln immer mehr, da es Glühbirnen nur noch vereinzelt aus Restbeständen zu erwerben gibt. Die bekannteste Alternative ist die Kompaktleuchtstofflampe, im Folgenden verkürzt als Energiesparlampe bezeichnet. Unbestritten ist, dass diese Lampen bei vergleichbarer Leuchtkraft nur etwa 20% der Energie einer normalen Glühbirne verbrauchen und ca. zehn mal länger halten. Fakt ist aber auch, dass sie giftiges Quecksilber enthalten und ihr Licht von vielen Menschen als kalt und unnatürlich empfunden wird. Außerdem sind sie in der Anschaffung deutlich teurer (ca. 12€ für eine 20 Watt Lampe). Eine Alternative wäre beispielsweise die Halogenlampe deren Energieverbrauch bei ca. 70% einer Glühlampe liegt und die in der Anschaffung dafür günstiger ist als die Energiesparlampe (ca. 3€ für eine 70 Watt Lampe). Allerdings hat sie nur eine Lebensdauer von ca. 4000 Stunden (Energiesparlampe ca. 10.000 Stunden). Auf lange Sicht die günstigste Alternative ist die LED-Lampe. Sie hat mit ungefähr 30€ für eine 10 Watt-Lampe zwar den mit Abstand höchsten Anschaffungspreis, hält dafür aber 50.000 Stunden und verbraucht bei gleicher Leuchtstärke nur etwa ein Zehntel soviel Strom wie eine herkömmliche Glühlampe. Eine 10 Watt LED-Lampe leuchtet also genauso stark wie eine 100 Watt Glühbirne und 50 mal länger. Im Gegensatz zur normalen Energiesparlampe, haben LED-Leuchten ein sehr angenehmes Licht.


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Vergleicht man die Gesamtkosten für 50.000 Stunden Beleuchtung einer 100 Watt Glühbirne mit den Kosten für die gleiche Leuchtdauer- und Stärke inklusive der Anschaffungskosten bei den anderen Lampen zu einem Strompreis von 20 Cent je Kilowattstunde, ergeben sich folgende Kosten:

Glühbirne: 1050€
Halogenlampe: 737,50€
Energiesparlampe: 260€
LED-Lampe: 130€


gesamtkosten

Rechenweg:

Anschaffungskosten = Anschaffungspreis / Lebensdauer * 50.000h
Gesamtkosten= Verbrauch * 50.000h * Stromkosten + Anschaffungskosten


kostenverlauf

Fazit: Die Grafik zeigt, dass ab ca. 10.000 Betriebsstunden die LED das günstigste Leuchtmittel ist. Somit bietet sie sich für Räume an, die mehrere Stunden am Tag beleuchtet sind und in denen Wert auf ein angenehmes Licht gelegt wird wie z.B. Wohnzimmer und Küche. Für Räume die nur selten beleuchtet werden wie z.B. Dachböden und Abstellräume, ist die Energiesparlampe die beste Wahl. Um zu ermitteln, welche Wattzahl für welche Leuchtstärke bei den jeweiligen Leuchtmitteln erforderlich ist, kann die folgende Tabelle weiterhelfen.


leuchtstärke

Ferne gilt es zu beachten, dass nur Glühbirnen und Halogenlampen grundsätzlich dimmbar sind. Soll eine Energiesparlampe oder LED gedimmt werden, ist ein spezielles dimmbares Modell zu kaufen. Zu beachten ist auch, dass nicht jede dimmbare Energiesparlampe oder LED-Leuchte mit jedem Dimmer funktioniert. Hier gilt es vor dem Kauf genau auf die Produktbeschreibung zu achten und zu wissen, welche Art von Dimmer zum Einsatz kommt. In Bezug auf die Fassungen ist nichts weiter zu beachten. Sie sind bei allen Leuchtmitteln in den gleichen Standardgrößen vorhanden, wie seit jeher bei der Glühlampe. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der LED-Leuchte ist, dass sie in verschiedenen Farbtemperaturen angeboten wird. Warmweiß entspricht der klassischen Glühlampe während neutralweiß und kaltweiß ein etwas kälteres Licht ausstrahlen.


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Geschirrspüler:

Ein Geschirrspüler ist eine praktische Sache und nimmt einem eine unangenehme Arbeit ab. Allerdings sollte er auch wirklich voll sein bevor er eingeschaltet wird. Müssen nur kleine Mengen an Geschirr gespült werden, sollte man dies aus Kostengründen per Hand machen.


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Waschmaschine:

Auch die Waschmaschine sollte für den ökonomischen Betrieb immer möglichst gut gefüllt sein. Die Maschine extra für ein oder zwei Kleidungsstücke einzuschalten ist reine Energieverschwendung, auch wenn dafür ein Sparwaschprogramm verwendet wird. Darüber hinaus lässt sich Strom sparen, indem die Temperatur nicht höher als nötig eingestellt wird. 90°-Wäschen benötigen heute kaum noch irgendwelche Textilien. Moderne Maschinen in Verbindung mit den heutigen Waschmitteln lösen festsitzende Verschmutzungen auch bei 60°. Für Hosen, Pullover, Hemden und Jacken sind im Regelfall 40° völlig ausreichend. Wer die Umdrehungen beim Schleudern reduziert spart ebenfalls Geld, sofern er die Wäsche dafür nicht anschließend länger in den Trockner packt, sondern ganz altmodisch auf der Wäscheleine trocknet. Das Schleudern mit geringer Drehzahl reduziert außerdem die Abnutzung der Waschmaschine sowie den Verschleiß der Kleidung, was langfristig ebenfalls Geld spart.


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Styroporblock im Kühlschrank:

Bietet der Kühlschrank mehr Platz als man benötigt, macht es Sinn ungenutzte Fächer mit Styroporblöcken zu füllen. Der Hintergrund ist folgender: Bei jedem Öffnen der Kühlschranktür entweicht sehr schnell die kalte Luft im Inneren. Anschließend muss das Gerät also unter großem Energieaufwand die Luft wieder runter kühlen. Die Temperatur eines Styroporblocks hingegen sinkt durch ein kurz geöffnete Tür hingegen nicht ab. Gleiches gilt natürlich auch für die Lebensmittel im Kühlschrank. Entscheidend ist also möglichst wenig Luft im Kühlschrank zu haben. Zu beachten ist dabei allerdings, dass eine gewisse Luftzirkulation erhalten bleiben muss. Die Innenwände des Kühlschranks, hinter denen sich das Kühlaggregat befindet (meistens hinten) sollten nicht zugestellt werden. Selbstverständlich lässt sich dieses Prinzip auch auf Gefrierschränke und Tiefkühltruhen übertragen.


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Gefrierschrank abtauen:

Mit der Zeit bildet sich in jedem Gefrierfach eine mehr oder weniger dicke Eisschicht. Der Grund dafür ist, dass die kalte Luft im inneren des Gefrierfachs die Feuchtigkeit der Luft, die beim Öffnen des Fachs einströmt, nicht aufnehmen kann und sich diese Feuchtigkeit in Form von Eis ablagert. Da dieses Eis die Kühlelemente isoliert steigt der Stromverbrauch. Ab einer Eisschicht von 1 - 2 cm sollte deswegen das Gefrierfach abgetaut werden.


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Kochen nur mit Deckel:

Wer beim Kochen keinen Deckel auf den Topf setzt verbraucht bis zu dreimal mehr elektrische Energie als nötig. Wenn möglich sollte zum Kochen also immer ein Topf mit Deckel verwendet werden.


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Auf die Größe kommt es an:

Grundsätzlich sollte die Herdplatte niemals größer als der Topf und der Topf niemals größer als nötig sein. Außerdem gehört in den Topf nicht mehr Wasser als unbedingt benötigt. Wer hier alles richtig mach spart bis zu 30%.


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Herd nicht voll aufdrehen:

Wasser kann nicht heißer werden als 100° C. Diese Temperatur hat das Wasser im Kochtopf genau dann erreicht, wenn es leicht anfängt "zu blubbern". Wird mit größerer Hitze gekocht, erzeugt das zwar mehr Dampf und einen deutlich höheren Energieverbrauch, das Wasser wird aber trotzdem nicht heißer als 100°C. Sobald das Wasser im Kochtopf anfängt zu kochen, kann die Hitzezufuhr soweit reduziert werden, dass nur noch kleine Bläschen aufsteigen, das Wasser also leicht am Kochen ist. Den Herd auf die höchste Stufe zu stellen ist nur sinnvoll um das Wasser schnell zum Kochen zu bringen oder in bestimmten Fällen beim Braten (die beim Braten verwendeten Fette und Öle können natürlich deutlich heißer werden als Wasser).


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Abschalten:

Sowohl Herde als auch Backöfen halten ihre Hitze noch eine ganze Weile nach dem Abschalten. Der Herd oder Ofen kann also bedenkenlos fünf bis zehn Minuten vor dem Ende der Koch- bzw. Backzeit abgeschaltet werden.


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Herd statt Backofen:

Backöfen verbrauchen im Regelfall wesentlich mehr Energie als Herde. Wer für die Zubereitung eines Bratens also die Wahl zwischen Ofen und Pfanne hat sollte sich dem Portmonee zu liebe für die Pfanne entscheiden.


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Unnötiger Mikrowelleneinsatz:

Wer Gefrorenes einfach rechtzeitig aus dem Gefrierfach nimmt und auftauen lässt, spart natürlich Strom im Gegensatz zum Auftauen in der Mikrowelle.


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Wasserkocher sinnvoll Einsetzen.

Die energiesparendste Methode kochendes Wasser zu erzeugen ist der Wasserkocher. Wer beim Kochen also nicht unbedingt mehr Wasser benötigt als in den Wasserkocher passt, sollte das Wasser zunächst im Wasserkocher vorkochen und anschließend erst in den Topf auf der Herdplatte gießen. Für gewöhnlich geht das sogar schneller als Wasser einfach nur auf dem Herd zu Kochen. Wer keinen Wasserkocher besitzt sollte den Kochtopf mit möglichst heißem Leitungswasser befüllen.


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Neuanschaffung Elektrogeräte:

Steht die Neuanschaffung eines Elektrogerätes an, lohnt es sich auf jeden Fall, die Energieeffizienzklasse zu beachten. Diese gibt an wie viel Energie ein Gerät im Verhältnis zu seiner Größe bzw. Leistung benötigt. Die Kennzeichnung der Energieeffizienzklasse ist in Deutschland für Kühl- und Gefrierschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Wäschetrockner, Waschtrockner, Elektrobacköfen, Raumklimageräte, Lampen und sogar Autos vorgeschrieben. Für alle Geräte gilt, dass A+++ die effizienteste Klasse ist und G die ineffizienteste. Die einzigen Ausnahmen bilden hierbei Lampen, die bislang nur in den Klassen B (effizient) bis F (ineffizient) zu haben sind sowie Waschmaschinen und Geschirrspüler, die es in den Klassen A+++ bis D gibt. Neben der Energieeffizienzklasse ist auch die Angabe des absoluten Verbrauchs wichtig, da beispielsweise ein kleines Gerät der Klasse A+ weniger verbrauchen kann als ein Großes der Klasse A+++. Beim Kauf sollte also auch darauf geachtet werden, kein Gerät anzuschaffen, das größer als nötig ist.


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Grundsätzlich gilt, dass der Austausch eines alten, noch funktionierenden Gerätes mit schlechter Energieeffizienz gegen ein Neues mit besserer Energieeffizienz aufgrund der hohen Anschaffungspreise von energieeffizienten Geräten nur in wenigen Fällen lohnt. Ob es sich lohnt, lässt sich mit Hilfe des Stromkostenrechners ermitteln. Anhand des Stromverbrauchs, der Stromkosten pro kWh und der täglichen Betriebszeit lassen sich die täglichen und jährlichen Kosten schnell errechnen.


Stromkostenrechner

Verbrauch in Watt:
Kosten pro kWh in Cent:
Betriebsstunden pro Tag:
Kosten pro Tag €:
Kosten pro Jahr €:


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Durchlauferhitzer:

Bei Durchlauferhitzern gilt die obige Regel zur Neuanschaffung von Elektrogeräten in vielen Fällen nicht. Ältere Geräte heizen das Wasser oft stärker auf als benötigt und mischen dann Kaltwasser zu, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das ist sehr Energie-ineffizient, so dass sich der Austausch gegen ein modernes Gerät mit elektronischer Temperaturkontrolle üblicherweise sehr schnell auszahlt. Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4), Grundsicherung im Alter oder Hilfe zum Lebensunterhalt können übrigens einen Mehrbedarf geltend machen, wenn in ihrer Wohnung die Warmwasserbereitung dezentral d.h. über einen Durchlauferhitzer oder eine Gastherme erfolgt und die Kosten hierfür nicht bereits mit den Heizkosten abgegolten werden. Eine ausführliche Erläuterung der genauen gesetzlichen Regelungen ist hier zu finden.


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Stromanbieter wechseln:

Die Preise der verschiedenen Stromversorger unterscheiden sich teilweise um bis zu 30%. Ein Wechsel des Stromanbieters kann von daher die eigenen Stromkosten sehr deutlich senken.



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